Die Masche ist schon recht alt, aber immer noch sehr aktuell. Erst in der letzten Woche habe ich von einem aktuellen Fall erfahren, bei dem ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter auf ein Problem am Computer hingewiesen hat und darauf gedrängt hat, das Problem direkt zu beheben. Der Anrufer sprach Englisch und war schlecht zu verstehen. Englisch war wohl nicht seine Muttersprache.

Die Kontaktaufnahme wurde über den Tag verteilt wohl schon mehrfach versucht, was natürlich das Interesse steigert herauszufinden, wer denn da etwas von einem möchte.

Der Betrüger wies, als er dann bei einen weiteren Versuch jemanden erreichte, darauf hin, dass der Computer Probleme bereiten würde und dass das auch daran zu bemerken sei, dass der Computer inzwischen auffällig langsam geworden sei.

Das fühlt - am Rande bemerkt - fast jeder Nutzer so, unabhängig davon, ob gerade ein Problem besteht, oder nicht.

Der angebliche Microsoft-Mitarbeiter gab an, dass das Problem gemeinsam am Computer gelöst werden könne. Zum Glück endete der Versuch hier, weil der angerufene Verdacht schöpfte und zunächst bei mir nachfragen wollte.

Ohne den Abbruch des Gespräches wäre der weitere Verlauf so gewesen:

  • Der Betrüger hätte am Telefon eine Anleitung gegeben, eine Software zur Fernsteuerung des Computers zu installieren. Weil es sich dabei um reguläre Software handelt, hätte das problemlos funktionieren können. Antivirensoftware schützt zum Beispiel davor nicht.
  • Mit Hilfe der Software hätte der Betrüger den Computer vollständig steuern können. Hierbei wären einerseits sinnlose Aktionen ausgeführt worden, andererseits aber wohl auch ein Schadprogramm installiert worden, welches später zu weiteren Problemen (Ausspähen von Daten beim Homebanking, E-Mail-Zugänge, etc.) geführt hätte.
  • Im Laufe des Gespräches wäre eine Servicepauschale eingefordert worden (meistens 65 Euro), die oft sofort per Kreditkarte abgerechnet wird.

Der betrogene Computernutzer währe also direkt mehrfach geschädigt worden.

Grundsätzlich rufen die Mitarbeiter von Microsoft niemanden an, ohne dass vorher ein plausibler Grund dafür stattgefunden hat. Die machen so was nicht!