Das Verletzlichkeitsparadoxon

In der Forschung bezeichnet man als Verletzlichkeitsparadoxon die Problematik, dass in einem System, in dem Alles nahezu störungsfrei funktioniert ein Ausfall stärkere Folgen hat, als in einem nicht so gut funktionierenden System.

Bei uns funktioniert die Trinkwasserversorgung zu fast 100 %. Strom ist immer verfügbar. Telekommunikationsanbieter garantieren 99% Verfügbarkeit des Internetanschlusses und in den Supermärkten kann man fast zu jeder Zeit Alles kaufen. Geld bekomme ich zu jeder Zeit am Automaten, Benzin an der Tankstelle rund um die Uhr. Auch die Versorgung mit allen anderen Gütern funktioniert nahezu störungsfrei und immer.

Dieser Zustand ist selbstverständlich für die Meisten. Wir leben in einer Welt, in der alles funktioniert. Wenn die Theorie des Verletzlichkeitsparadoxons stimmt, wird also bei uns der Ausfall eines oder mehrerer Systeme die schlimmsten Folgen haben.

Zu großes Vertrauen in die sichere Versorgung führt zu Abhängigkeit

In unserer perfekt funktionierenden Welt hat man es nicht nötig, weit im Voraus zu planen. Alles ist immer da. Was ich morgen brauche, kann ich morgen besorgen. Und wenn ich um 21:30 Uhr Hunger bekomme, finde ich trotz der Uhrzeit einen Supermarkt, eine Tankstelle oder eine andere Stelle, die mich versorgt.

Was passiert aber, wenn das schlagartig einmal nicht so ist? Wie werden die ersten Stunden und Tage dann aussehen?

Wie lange kann ich ohne Strom, ohne Wasser und ohne eine Einkaufsmöglichkeit auskommen? Wie abhängig ist jeder Einzelne von uns davon, dass in unserer perfekt funktionierenden Welt alles tatsächlich auch funktioniert? Will ich total abhängig sein? Darf ich total abhängig sein oder habe ich auch Verantwortung für andere Menschen oder Tiere? Wie viel oder wenig muss ich tun, um die Folgen eines vorübergehenden Ausfalls eines oder mehrer Systeme überstehen zu können, ohne das die Auswirkungen zu schlimm sind?

Alle diese Fragen haben mich dazu veranlasst für mich ein paar Kleinigkeiten in meinem Leben zu verändern. Nicht Viel - nur ein paar Kleinigkeiten.

In dieser Themenwelt stelle ich ein paar Möglichkeiten vor, die ich selbst für sinnvoll halte. Ich vermische das mit Angeboten und Empfehlungen anderer Stellen, damit sich jeder der will, seine eigenen Gedanken machen kann - oder nicht...

Weiterführende Links zum Verletzlichkeitsparadoxon

Süddeutsche Zeitung: 24 Stunden bis zum Chaos (April 2012)
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Notfallvorsorge in der Wasserversorgung